Nessy (Gast) - 4. Feb, 13:53

Solche Geschichten ...

... machen mich immer traurig. Ich weiß auch nicht. Herr Müller ist eine tragische Figur. Du aber auch, denn Du wollest ihm ja nur Gutes und hast dabei das Gegenteil bewirkt. *seufzttief*

OhBehave - 4. Feb, 17:41

Machen dich echt traurig? Oh ...
wegen mir musst nicht traurig sein ... ich sammle dererlei Fettnäpfchen richtiggehend bzw. zieh sie an und tret auch meistens rein.
Damit bin ich wieder bei einer Frage, die ich mir schon so oft gestellt habe: Wäre "bedingungslose" Offenheit besser? Wäre die "Kränkung" endeffektlich weniger schlimm gewesen, wenn ich beim zweiten Mal "Herr Müller" frank und frei gesagt hätte: "T'schuldigung aber mir schmeckt Milchreis ohne Zucker nicht, vielleicht will ihn ja ein Andere?" ... Hinzukommt, daß man damit ja allein stünde, weil die anderen Kollegen den Milchreis ja auch wiederwillig annehmen ... somit wirkt man mit seiner Offenheit nur noch "härter".

Was Herrn Müller betrifft ... ist ein richtig vornehmer alter Herr; dem Dialekt nach ursprünglich wohl aus der Berliner Ecke. Ich weiß nicht ob er evtl. Witwer ist und deshalb so sehr nach Beschäftigung strebt ...
nessy - 5. Feb, 20:20

Ich bin mit den Jahren dazu übergegangen, im Zweifelsfall ehrlich sein. Die Lüge ist keine Notlüge, denn worin besteht die Not? Sie besteht nur darin, den Weg des geringeren Widerstandes zu gehen und das schlechte Gewissen dem übel schmeckenden Milchreis vorzuziehen. Die Rechnung geht aber nicht auf, denn durch die geschilderte Situation wiegt das schlechte Gewissen plötzlich doch schwerer als der Milchreis schlecht schmeckt und man wünscht sich, den bestehenden moralischen Konflikt bereits zu Beginn gelöst zu haben.

Ich denke, es wäre besser gewesen, zu Herrn Müller zu gehen, sich freundlich mit ihm zu unterhalten, um dann zu sagen, dass man seine Mühe sehr wohl zu schätzen wisse. Man könnte ihn fragen, ob er den Milchreis immer ohne Zucker koche und ob es damit eine besondere Bewandnis habe - man selbst möge ihn lieber mit und kenne ihn gar nicht ohne. Was würde Herr Müller sagen? Ich glaube nicht, dass er sehr gekränkt wäre. Und wenn es doch an ihm nagt, ist es allemal besser, als jede Woche aufs Neue zu lügen.

Ich kenne die Situation bei Besuchen in anderen Ländern, in denen man manchmal das Allerschlimmste, was man sich nur ausmalen kann, aufgetischt bekommt. Ich schäme mich jedesmal abzulehnen, aber wäre es nicht noch unhöflicher, wenn der Gastgeber bemerkt, mit welch gequälter Miene man das Zubereitete hinunterwürgt? Die Erfahrung hat gezeigt: Er merkt es immer. Und nicht immer deutet er es als Akt der Höflichkeit, dass man nichts gesagt hat.
OhBehave - 5. Feb, 22:48

Du hast schon recht und ich denk es spricht für dich wenn Du diesbzgl. Courage aufbringst.
Ich hab einfach zu wenig nachgedacht. Ich hatte nicht damit gerechnet beschenkt zu werden und schon gleich gar nicht mit dem zweiten Mal.
Somit hab ich mich genauso oberflächlich verhalten, wie ichs anderernorts an Anderen kritisiert habe. Net gut ...
nessy - 6. Feb, 12:45

Naja, so ist das halt. Ich find, aus solchen Situationen kann man immer nur lernen. Hilft dem Verhältnis zu Herrn Müller zwar auch nimmer weiter. Aber beim nächsten Mal weiß man's wenigstens besser.

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das kenn ich als "den...
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hehe
ich habe das gleiche Problem.. mit dem Ergebniss von...
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